Theresien-Gymnasium Ansbach

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Dr. Johann Gottlieb Reuter - Der Gründer

Auch wenn als Gründungszeitpunkt des Theresiengymnasiums Ansbach überwiegend das Jahr 1812 genannt wird, so reichen die Anfänge der Schule doch noch etwas weiter in die Geschichte zurück. Die Pionierarbeit für das spätere Theresiengymnasium wurde von Dr. Johann Gottlieb Reuter geleistet.

Geboren am 14. März 1764 in Bayreuth als Sohn des ersten markgräflichen Kammerregistrators Georg Wilhelm Carl Reuter und seiner Ehefrau Eleonora Margaretha Sophie, nahm er nach dem Abitur im Alter von 20 Jahren sein Studium in der Universität zu Erlangen auf - um dort außer Mathematik nahezu alles zu studieren, was sich im Angebot der Universität befand. Allerdings - ein Examen hat er niemals abgelegt.

Stattdessen sammelt er neben seiner vielfältigen wissenschaftlichen Betätigung auch zahlreiche und gründliche praktische Erfahrung im Unterrichtswesen. Darüber hinaus entwickeln sich Freundschaften zu zahlreichen namhaften Pädagogen wie etwa Pöhlmann oder Salzmann - Pestalozzi gilt als eines seiner Vorbilder.

Unzufrieden mit der damaligen Bildungssituation, die dem weiblichen Nachwuchs letztlich nicht viel mehr als die drei "K" (Kinder, Küche, Kirche) bietet, ist Reuter von der Notwendigkeit höherer Mädchenschulen überzeugt. Im Jahre 1794 fasst er den Entschluss, ein derartiges Lehrinstitut zu etablieren. Blieb noch die Suche nach dem geeigneten Standort - schließlich waren Mädchenschulen in diesen Zeiten bei weitem nicht überall gern gelitten.

Nachdem man ihn in seiner - damals preußischen - Heimatstadt Bayreuth für seine Ideen verspottet hat und man in Nürnberg auch nicht recht viel mehr Verständnis hatte, setzte er seine Hoffnung auf die Stadt Ansbach. Diese war die letzte verbleibende größere protestantische Stadt im fränkischen Raum, was für ihn als evangelischen Theologen ein Kriterium von enormer Wichtigkeit darstellte. Zudem stand auch sie, wie seine Heimatstadt Bayreuth, unter preußischer Verwaltung, was ihm wegen der dort anstehenden Hardenbergschen Schulreformen Hoffnug gab, hier mit seinem Vorhaben auf mehr Verständnis zu treffen.

Reuter machte sich also auf den Weg nach Ansbach - am 21. Dezember 1794 sollte er dort eintreffen. In Ansbach wollte er also ein gewagtes Vorhaben umsetzen - ein Bildungsinstitut für Mädchen in einer Welt, die das Wort "Emanzipation" nicht einmal kannte.