Theresien-Gymnasium Ansbach

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Die Schule als Heimatfront

Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges wurde der Stadt Ansbach noch eine besondere Ehre zuteil - König Ludwig III. besucht die Stadt Ansbach im Juli 1914, und natürlich huldigen ihm und begrüßen ihn auch die Schülerinnen des Theresianums.

Doch die Schüsse von Sarajevo waren bereits gefallen, und unmittelbar nach dem Königsbesuch, in den Sommerferien des Jahres 1914, brach der 1. Weltkrieg aus und sollte auch das Leben am Theresianum in den folgenden Jahren entscheidend mitbestimmen. Dies äußerte sich zunächst in einer erneut einsetzenden Raumnot - im Schulhaus an der Karolinenstraße mussten nun nämlich auch Volksschulklassen aus dem Museumsgebäude aufgenommen werden. Denn das Museumsgebäude diente nun als Quartier eines Teils des "Landsturm-Ersatzbataillons Mittelfranken". Und auch die städtische Turnhalle blieb nicht verschont - sie wurde in ein Lazarett umgewandelt. Die Schulen waren voll in die "Heimatfront" mit einbezogen, so auch das Theresien-Institut.

Der allgegenwärtige Wilhelminismus jener Zeit wurde von oben verordnet und auch am Theresianum gelehrt - Deutschaufsätze aus dieser Zeit trugen etwa die bezeichnenden Titel "Was ich im August 1914 erlebt und gesehen habe", "Handel und Wandel in einer kleinen deutschen Stadt während des großen Krieges" oder "In Fähren und Nöten zeigt erst ein Volk sich echt".