Theresien-Gymnasium Ansbach

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Die Nachkriegsjahre

Die Zeit nach dem Mai 1945 war geprägt von Entnazifizierung und Umerziehung - inmitten eines Trümmerfeldes. Die Alliierten wollten besonders die Jugend zu Demokratie und zum Mut zu einer freieren Zukunft erziehen - der Schule kam also eine Schlüsselfunktion zu. So wurden zunächst einmal alle Direktoren und Schulräte, die während des Dritten Reiches tätig waren, ihres Amtes enthoben. Die Lehrer mussten sich in Fragebogen und Anhörungen ihrer Vergangenheit stellen - manche wurden im Schuldienst belassen, manche nicht.

Doch viel drückender war die Raumnot - zwar war das Gebäude der Theresienoberschule weitgehend unbeschädigt geblieben, doch es wurde sofort nach Kriegsende durch Bauamt und Ernährungsamt restlos belegt. Die Schülerinnen wurden vom Arbeitsamt zu Aufräumarbeiten herangezogen. Immerhin erreichte Schulrat Professor Griebel bei der US-amerikanischen Militärregierung, dass der 1. und 2. Stock der Theresienoberschule für Unterrichtszwecke genutzt werden konnte. Doch Ende 1945 hatten zunächst die Volksschulen Anspruch auf diese Unterrichtsräume. Immerhin wurde in den Abendstunden (17 - 19 Uhr) eine schulische Betreuung der Oberschulen eingeführt, was einen vollwertigen Unterricht natürlich nicht ersetzen konnte.

Nach dem Abzug des Lazarettes aus der Güllschule Anfang 1946 konnte diese für die Volksschulen genutzt werden und das Theresien-Gebäude stand den höheren Schulen zur Verfügung - eine Besserung, aber natürlich weit von befriedigenden Raumverhältnissen entfernt. Über 500 Schülerinnen mussten in 4-5 Räumen von vier haupt- und neun nebenamtlichen Lehrkräften unterrichtet werden.

Im Jahr 1947 ergab sich wieder einmal eine nominelle Veränderung - die Oberschulen wurden nun in "Oberrealschulen" umgewandelt.

Im Schuljahr 1948/49 kam eine erneute finanzielle Notlage der Stadt hinzu - die stetig wachsende Schülerzahl war aus dem Stadtsäckel schlicht nicht mehr zu finanzieren. Mit verschärften Aufnahmeprüfungen und Leistungsnachweisen versuchte man, die Schülerzahl in den nächsten Jahren zu verringern, wogegen sich Direktor Becker mit Händen und Füßen wehrte. Allein im Jahr 1949/50 bewarben sich 127 Schülerinnen für die Theresien-Oberrealschule, 90 von ihnen bestanden. Der Zustrom war ungebrochen - man wusste, dass eine gute Schulbildung die Startchancen in die neue Zeit entscheidend verbessern würde.