Theresien-Gymnasium Ansbach

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Die Kriegsjahre

Unheil kündigte sich bereits in der vertraulichen Mitteilung des Kultusministeriums aus dem Jahre 1937 an ausgesuchte bayerische Schulen an, deren Inhalt wiefolgt lautete: "Beamte und Angestellte, Studierende und Schüler, die eine Studienreise in die Tschechoslowakei unternehmen wollen, haben hierzu rechtzeitig auf dem Dienstweg (...) die Genehmigung nachzusuchen. Diese Genehmigung wird nur in Ausnahmefällen erteilt werden können (...)" Die Kriegspläne waren also geschmiedet.

Der weitere Ablauf kommt einem ziemlich bekannt vor - wie auch im Jahre 1914 bricht der Krieg in den Sommerferien des Jahres 1939 aus, und die Folgen für den Schulbetrieb bleiben bis ins Jahr 1945 die gleichen wie schon in den Jahren 1914-18. Lehrer werden einberufen - so kann beispielsweise kein Mathematikunterricht mehr gegeben werden, da der einzige zuständige Lehrer (Becker) als Leutnant der Reserve eingezogen wurde. Auch die Turnhalle wurde schon wieder für militärische Zwecke ihrer Bestimmung entfremdet. Und schon im Winter 1939/40 stellte sich wieder der allseits bekannte Heizstoffmangel ein, so dass vom Ministerium des öfteren "Kälteferien" angeordnet werden mussten.

Trotz der Kriegsjahre ergab sich für die Schule eine wichtige Neuerung - ab dem Jahr 1940 war die Theresien-Oberschule in acht Klassen organisiert und erhielt eine neusprachliche Ausrichtung.

Zwar blieb die Stadt Ansbach weitgehend von Bombenangriffen verschont, die Schulen mussten allerdings den Zustrom von Flüchtlingskindern aus den Ostgebieten bzw. im Rahmen der "Kinderlandverschickung" verkraften - bis zum Jahr 1945 stieg die Zahl der Schülerinnen an der Theresien-Oberschule von 180 auf 506. Auch durch die ständigen Fliegeralarme und die Meldungen aus dem Volksempfänger war ein geregelter Unterrichtsablauf nahezu unmöglich geworden. Nicht wenige Schülerinnen, meist der 6. Klasse, wurden vom BDM zu "Kriegseinsätzen" beordert, so etwa zum Einsatz in NSV-Kindergärten oder aber auch zur Zuckerrübenernte nach Emskirchen. Ohnehin häuften sich die Ernteeinsätze ab dem Jahr 1943, da durch den "totalen Krieg" die Bauernhöfe von Arbeitern nahezu entvölkert waren.

Ein Wunder im Krieg
Allen Widrigkeiten zum Trotz ereignete sich zu Beginn des Jahres 1944 ein entscheidendes Ereignis in der weiteren Schulgeschichte. Erstmals hat eine Abiturklasse an der Theresien-Oberschule die Reifeprüfung abgelegt - ein Markstein in der Geschichte der Schule.

In den letzten beiden Kriegsjahren entfielen rund ein Drittel der Unterrichtsstunden. Nach den Bombardements der Stadt Ansbach am 22./23. Februar 1945, bei denen das Theresianum mit einem leichten Dachschaden davonkam, ruhte aller Schulbetrieb in Ansbach. Es war die Stunde Null.