Theresien-Gymnasium Ansbach

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1906 - Die Stadt übernimmt

Die Zeit des Wechsels vom 19. zum 20. Jahrhundert war von relativer Ruhe im Institut geprägt. Doch das kommende Jahrzehnt sollte mehr Änderungen mit sich bringen als das ganze vergangene halbe Jahrhundert. Das Jahr 1902/03 stürzte die Schule erneut in große Finanzsorgen, als die Lehrkräfte per Gesetzesänderung im Falle vorzeitiger Dienstunfähigkeit keine Ansprüche mehr an die Staatspensionskasse stellen konnten, sondern künftig auf Zuwendungen ihrer Schule angewiesen waren. Die Schule stand wieder am Abgrund - wer wollte schon Lehrer an einer Schule werden, die einem im Fall eines Falles finanziell keine Absicherung bieten kann?

Jetzt endlich konnte sich die Stadt dazu durchringen, die Schule unter ihre Fittiche zu nehmen. Das städtische Kollegium beschloss - unter besonderem Einsatz des damaligen Oberbürgermeister Rohmeder - am 5. und 9. Januar 1906 die komplette Übernahme des Königlichen Theresien-Institutes durch die Stadt Ansbach. Offiziell wurde die Übernahme dann am 1. September 1906 vollzogen. Mit der königlichen Bezeichnung war es nun allerdings vorbei. Die Schule trug ab sofort den Namen "Theresien-Institut - Städtische Höhere Mädchenschule zu Ansbach".

Das bedeutete auch den Abschied von der alten Tradition, wonach der 1. Pfarrer von St. Gumbertus auch gleichzeitig das Amt des Schulvorstandes bekleidete. Die Leitung der Schule ging so von Pfarrer Zellfelder auf Stadtschulrat Hans Prütting über. Die Schule war damit also nun in das "offizielle Schulwesen" der Stadt Ansbach eingegliedert, was ihr auch zu steigender Beliebtheit verhalf. Ein wichtiger Schritt war getan - Schule und Stadt hatten sich endlich gefunden. Doch große Schritte sollten noch folgen...